Neues Jahr – neues Leben

Ich glaube 2018 ist das erste Jahr, in dem ich diesen Vorsatz tatsächlich verwirkliche.

If we were meant to stay in one place, we’d have roots instead of feet.

Ich gehöre generell eher zu der Sorte Mensch, die nach dem Motto „ganz oder gar nicht“ lebt. Nach der ganzen Psycho-Scheiße der letzten Jahre habe ich mir endlich vorgenommen, weiterzumachen und meine Vergangenheit (so gut es mir möglich ist) hinter mir zu lassen.
Gesagt – getan. Letzten Donnerstag zog ich nach Lissabon. Jetzt sitze ich hier, kenne niemanden, spreche kein Wort Portugiesisch und will mir ein neues Leben aufbauen. Na wenn das mal kein Neuanfang ist.

Ich weiß nicht, ob ich es hier schon einmal erwähnt habe, aber ich glaube an Karma und versuche, dementsprechend mein Leben zu gestalten. Mir sind im Leben schon viele unschöne Dinge passiert, die mich beinahe zerbrochen hätten. Und dann, einfach so, hat sich das Blatt gewendet. Die zwei Monate, die ich in der Psychiatrie verbracht habe, haben mir irgendwie die Augen geöffnet und mich ein ganzes Stück zurück zu mir selbst geführt.  Seitdem gebe ich mein bestes, achtsam gegenüber mir selbst und meiner Umwelt zu sein. Und ich weiß nicht, ob es allein an diesem Gedankenwandel lag oder ob da Karma im Spiel war, aber ich war schon sehr lange nicht mehr so glücklich und erfolgreich wie in den letzten Wochen.

Wie ich in Lissabon gelandet bin

Mit der Unterstützung meiner Pfleger und Ärztin traute ich mich, Ende November ein Jobangebot in Lissabon wahrzunehmen. Eine Agentur, für die ich im Juli gearbeitet hatte, fragte mich ob ich daran interessiert sei. Ich dachte mir nicht sonderlich viel dabei und hatte keine Erwartungen; die Beschreibung lautete in etwa: „Wir haben einen coolen Job für dich in Lissabon, vorerst befristet auf ein Jahr. Du hast die Chance direkt am Meer zu arbeiten und super tolle Erfahrungen zu sammeln.“ Also nicht sehr seriös. Aber da ich sowieso keine Perspektive hatte und meine Ärztin mich dazu drängte, mir etwas zu suchen, bewarb ich mich. 2 Wochen später hatte ich den Job.

Ich bin nun bei Teleperformance Portugal angestellt und arbeite ab Montag als deutschsprachige Kundenberaterin für Netflix. Das Unternehmen ist quasi der Partner von vielen großen Namen wie Microsoft, Nintendo, Netflix etc. und übernimmt deren Kundenmanagement. Die Arbeit an sich ist nichts besonderes – Bürojob, 40-Stunden-Woche, CRM.. standart. Aber dafür lebe ich in Lissabon, meiner Meinung nach eine der schönsten Städte Europas.

Die Zeit vor dem Umzug

Wie schon erwähnt habe ich die letzten Wochen wirklich sehr genossen. Ich war so dankbar für meine Freunde und alles, was mir in der Heimat zur Verfügung stand. Ich unternahm unglaublich viel. Abgesehen vom Trubel an Weihnachten und Silvester war ich noch spontan in Málaga, was sich als schönster Urlaub 2017 entpuppte. Danach fuhr ich als Kontrastprogramm Skifahren in Österreich und zuletzt noch ins Elsass. Aber egal, wo ich war, ich habe jede Sekunde mit meinen Lieblingsmenschen genutzt. In der Liebe lief es auch wieder deutlich besser als im vergangenen Jahr und ich bin mir einfach nochmals bewusst geworden, wie wichtig mir meine engsten Freunde sind. Diese intensive letzte Zeit machte es aber natürlich nochmal deutlich schwerer, Abschied zu nehmen. Ich vermisse euch jetzt schon 🙁

 

So, ich gehe jetzt einen Kaffee trinken und bereite mich auf meine Schulung vor, die morgen startet. Wünscht mir Glück!

 

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