Back to humanity – Teil 1

Ein Thema hat mir die letzten Tage ziemlich zu denken gegeben. Mir ist aufgefallen, wie vielen es in meinem Bekanntenkreis durch Stress und Druck im Beruf/Studium dreckig geht und wie viele diesem Druck nicht standhalten können. So viele verlieren irgendwie den Bezug zu sich selbst. Das führte bei mir zu Gedankenschleifen. Ich kann nicht mehr aufhören, mir über die Entwicklung unserer (arbeitenden) Gesellschaft den Kopf zu zerbrechen. Deshalb muss ich hier jetzt ein paar dieser Gedanken niederschreiben, um wieder Luft in meinen Kopf zu bekommen.

Wie kann es sein, dass gefühlt jeder Zweite (wenn nicht mehr) im Laufe seines Bildungs- und Berufsweges in ein Loch aus Ängsten, Zweifeln und depressiven Gedanken rutscht? Wie kann es sein, dass so etwas wie Burnout zur „Mode“ geworden ist? Müssen wir Angst davor haben, dass wir immer weiter ausbrennen? Wenn man sich in den Straßen einer deutschen Stadt umschaut sieht man so viele unzufriedene Gesichter. Die Menschen sind genervt, hektisch und unausgeglichen. Als wäre Feierabendverkehr zu einem Dauerzustand geworden.

Wir werden so erzogen, dass wir als junge Erwachsene möglichst groß denken sollen. Nach den Sternen greifen wollen. Und dann trifft uns die Faust der Realität mitten ins Gesicht. Den einen früher, den anderen später. Dass man in einer Leistungsgesellschaft wie Deutschland sie hat irgendwo Abstriche machen muss ist klar. Aber geht das mittlerweile nicht langsam zu weit? Wo ist denn bitte die Menschlichkeit abgeblieben?

Was bringt es uns, immer schneller, besser, klüger zu werden, wenn wir dabei verlernen, wer wir eigentlich sind? Ganz ehrlich – Respekt an alle, die es schaffen, hier richtig glücklich und zufrieden zu sein. Manchmal kommt es mir nämlich so vor, als werden wir zu Perfektionisten herangezogen und damit auf eine früher oder später auftretende Identitätskrise vorprogrammiert.
Ich bin der Meinung, jemand sollte da langsam echt mal auf die Bremse drücken, wenn man der Allgemeinheit eine Chance geben will, sich nicht selbst zu ruinieren.
Ok, das klang jetzt echt übertrieben haha. Aber es ist schon so, wenn man sich Statistiken von Studiums-Abbrechern, Erschöpfungsdepressionen etc. anschaut. Bin ich die Einzige, der das Sorgen macht?

Ich selbst habe altersbedingt wenig Erfahrung in der Berufswelt. Viel mehr als ein abgebrochenes Studium und „semi-professionelle“ Jobs in Gastronomie, Produktion, Dienstleistungsbranche oder Verkauf kann ich nicht vorweisen. Und trotzdem wage ich zu behaupten, dass ich Probleme der (angehend) arbeitenden Gesellschaft besser verstehe als viele andere. Aus diesem Grund strebe ich für meine Profession einen Mix aus Philosophie und nachhaltigem Wirtschaften an. Ich weiß, dass ich wahrscheinlich genauso wenig in unserer Gesellschaft bewegen kann, wie ein einzelner Tierschützer in der Massenindustrie. Aber ich entwickle mich damit in eine Richtung, die mir selbst hilft und in gewisser Zeit auch bei anderen auf Aufmerksamkeit stoßen wird. Dessen bin ich mir sicher.

Mir tut es immer so leid, wenn ich von irgendjemandem zu hören bekomme „Ich kann einfach nicht mehr“. Ich will diesen fucking Satz nicht mehr hören. Wir sind hier, weil wir das Leben geschenkt bekommen haben, nicht um es kaputt zu spielen. Ich hoffe, irgendwann werden wir das so verinnerlichen, dass wir es auch in die Tat umsetzen können.

 

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