Kommt nach dem Tod noch etwas? – Abendgedanken

„Glaubst du, nach dem Tod kommt noch etwas?“, fragte er. Ich sah ihn an, zog den grünen Rauch in meine Lunge und legte mich auf den Rücken, um das Farbenspiel über uns zu beobachten. „Ich glaube daran, dass jeder Mensch vor seinem Lebensende ein Ziel sieht, quasi einen Zustand, in welchen er nach dem Tod treten will. Ob das für ihn das Paradies ist oder das absolute Nichts oder wie auch immer..“ Er legte sich neben mich und sah ebenfalls in das Flammenmeer aus Sonne und Wolken. „Schau dir den Himmel an. Wenn ich sterbe, wird mein Ziel, meine Aufgabe, sein, jeden Morgen und jeden Abend den Himmel in Kunst zu verwandeln. Und in solchen Momenten wie jetzt gerade würde man wissen, dass ich da bin.“

Ist der Tod das absolute Ende? Warum machen sich Menschen über sowas überhaupt Gedanken? Natürlich ist das das Ende. Das Leben, dass wir führten – vorbei. Die Persönlichkeit, die wir in uns trugen – ausgelöscht. Der Körper, den wir belebten – verwest. Wir sind nicht mehr anwesend und was danach mit uns passiert kann uns doch völlig egal sein. *Könnte. Aber der Mensch versucht wie immer, sich alles greifbar, beschreibbar zu machen. Das liegt in unserer Natur. Also gibt es drölf verschiedene Ansätze, wo der Sensenmann uns hinbringt. Und das ist auch gut so.

Viele von uns, inklusive mir, würde daran kaputt gehen, wenn es keine Themen geben würde, die uns Platz für Fantasie und Träume lassen. Das können Themen wie der besagte Tod, der Sinn des Lebens oder Fragen der Ethik sein. Ich bin der Meinung, man kann Menschen heutzutage grob in 3-4 „Mind-Gruppen“ einteilen. Die Gruppen 3 und 4 sind entscheidend für Vorstellungen wie das Leben nach dem Tod.

Gruppe 1 besitzt wenig komplexes Denkvermögen und lässt sich sehr leicht von Trends und Statements der Gesellschaft mitreißen. Sie haben wenig bis gar keine eigene Meinung und leben einen sehr simplen „Mindstyle“. Das ist absolut nichts schlechtes, denn ich glaube das sind die Menschen, die in unserer Welt am glücklichsten sind.

Gruppe 2 ist ähnlich wie Gruppe 1, allerdings erlebt sie in gewissen Lebenssituationen „Gedanken-Einbrüche“, z.B. unter Stress, Krankheit oder bei Enttäuschungen. An solchen Breakdowns werden sie sehr sensibel und verständnisvoll für ihre Umwelt und beginnen, Dinge mehr zu hinterfragen. Dadurch sind sie oft Verfechter von „positive Vibes“ , Gesundheitsbewusstsein und Lifestyle-Bewegungen. Manchmal kommt es sogar zu einem lebensverändernden Breakdown, nach dem sie eher zu Gruppe 3 gehören. Beispielsweise bei einem Burnout. Gruppe 2 ist am häufigsten vertreten.

Zu Gruppe 3 gehören alle, die sich schwer tun, unsere Gesellschaft ohne Weiteres zu akzeptieren. Ungerechtigkeit und Fehlverhalten Anderer stechen ihnen wie Nadeln ins Auge und werfen Fragen auf. Es sind die Denker und Forscher, die nach Lösungen für sich und die Welt suchen. Nach einem tieferen Sinn fragen. Diese Gruppe ist sehr breitgefächert, denn die Einen finden ihren Weg in Naturwissenschaften, Andere finden ihn in Philosophie, Kunst, Rebellion oder Spiritualität. Sie sind Anfechter, Entdecker und Kritiker. Traurigerweise geht es ihnen wegen dem Drang nach Veränderung und Verbesserung und aufgrund des Bewusstseins einer fehlerhaften Gesellschaft oft psychisch schlecht. Zu denen gehöre übrigens ich.

Ich weiß noch nicht so ganz, ab wann man von „Gruppe 4“ reden kann. Zu dieser Gruppe zählen für mich Leute wie Freud, Shakespeare, Aristoteles, Einstein oder Jesus. Leute, die durch ihr Monster-Hirn entscheidende Veränderungen in der Gesellschaft geschaffen haben. Leute, die komplett aus der Reihe tanzen. Idole, zu denen wir „Normalos“ aufschauen.

Sorry, dass ich so vom eigentlichen Thema abgedriftet bin, ich lasse hier nur gerade meine abendlichen Pothead-Gedanken raus 😀 Was ich eigentlich noch sagen wollte: Ich glaube nicht, dass nach dem Tod noch etwas kommt, was wir in irgendeiner Weise wahrnehmen. Aber ich bin ein Unterstützer von tröstenden Gedanken, die es für uns und unsere geliebten Menschen leichter machen, mit diesem Thema umzugehen. Da ich ein kleiner Rebell bin, schließe ich mich keiner allgemeinen Vorstellung vom Tod oder dem Leben danach an. Ich beschließe für mich, dass ich nach meinem Tod als Himmels-Maler arbeiten werde. Ich sitze dann mit meinen toten Kollegen in einem Atelier und designe Sonnenauf und -untergänge. Daran glaube ich ganz fest 😛

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Nacht <3